Fotos im Wettbewerb

JurierungEs soll ja Menschen mit Kameras geben, die sich als Wettbewerbsfotografen bezeichnen. Oder sich nicht dagegen wehren, wenn sie so bezeichnet werden. Ich gehöre zu keiner der beiden Arten. Auch wenn ich hin und wieder bei Wettbewerben Fotos von mir einreiche, ziehe ich meine Motivation zur Fotografie nicht aus Auszeichnungen in Wettbewerben oder gar Likes in den sozialen Medien. Ich kann aber nicht leugnen, dass eine Anerkennung des eigenen fotografischen Schaffens durch Andere mir nicht unangenehm ist.

Als Mitglied in einem Fotoclub, der dazu auch noch Mitglied im Deutschen Verband für Fotografie (DVF) ist, kommt man um Kontakt zu Wettbewerben kaum herum. Seit ich in die Fotogruppe Thurnau eingetreten bin, reiche ich bei internen Wettbewerben, wenn das Thema passt, gelegentlich Bilder ein. Und da freut es mich natürlich, wenn die Fotos auch den Juroren gefallen. In den letzten Jahren sind dann auch noch Teilnahmen an Wettbewerben des DVF dazu gekommen.

So auch dieses Jahr, als ich 6 Prints meiner Aufnahmen für die Bezirksfotoschau des Bezirks Oberfranken einreichte. Schließlich hatte ich mir das für dieses Jahr vorgenommen. Dazu kam, da der Wettbewerb von unserem Nachbar-Fotoclub, dem FAC Mainleus-Kulmbach, ausgerichtet wird, war es quasi Ehrensache daran teilzunehmen. Ich hatte bei vergangenen Bezirksfotoschauen schon mal eine Urkunde und ein paar wenige Annahmen errungen und wollte mal wieder schauen, wie meine Bilder im Vergleich zu den Fotografen aus anderen Vereinen abschneiden würden.

Die Jury tagte öffentlich und da die Jurierung in Kulmbach im Einkaufszentrum stattfinden sollte, nutzte ich die Gelegenheit an einem Samstag Morgen im März einen Spaziergang zum Ort des Geschehens zu unternehmen. Ich war von der Anzahl der interessierten Fotografen auch aus weiter entfernteren oberfränkischen Fotoclubs überrascht, die auch erfahren wollten, wie ihre Fotos und die ihrer Vereinskameraden und -kameradinnen bewertet werden.

Nun war ich noch nie bei so einer Veranstaltung und somit entsprechend neugierig wie so etwas abläuft. Zunächst wurde festgestellt wie viele Bilder eingereicht wurden (370) und daraus die Zahl der sich aus der Ausschreibung ergebenden Bilder für die einzelnen Auszeichnungsstufen Annahme, Urkunde und Medaille ermittelt. Nachdem der Ablauf geklärt war, nahmen die 3 Juroren vom Fotoclub Pleystein aus der Oberpfalz an ihren Tischen Platz. Wie man beim Bild oben erahnen kann, waren zwischen den Juroren Trennwände aufgestellt, die verhinderten, dass sich die Juroren in den ersten Runden gegenseitig beeinflussen. Und sei es auch nur unbewusst.

Die oberfränkische Bezirksfotoschau ist ein „Print“-Wettbewerb. D.h. die eingereichten Bilder liegen als Ausdruck in einem Passepartout in der Größe 40x50cm vor. Somit ist auch die Sorgfalt beim Ausdrucken und Einrahmen ein Kriterium, die beim Bewerten einen, wenn auch kleinen, Einfluss hat. Als Freund der Fotografie auf Papier gefällt mir das besser als das Betrachten der Wettbewerbsbilder bei digitalen Wettbewerben. Wobei das digitale Einreichen auch bei Wettbewerben mit mehr Teilnehmern seine Vorteile hat.

Diese Prints waren im Vorfeld so auf 6 Stapel verteilt worden, so dass von jedem Teilnehmer nicht mehr als ein Bild pro Stapel vorhanden war. Die Reihenfolge der Stapel, von denen die freiwilligen Helfer die Fotos der Jury vorführten, wurde von der Jury zu Beginn festgelegt. Die Entscheidung über das Weiterkommen oder Ausscheiden des Bildes wurde von den Juroren durch Hochhalten einer grünen oder roten Karte signalisiert. Wobei in der ersten Runde eine grüne Karte für die nächste Runde ausreichte. In der zweiten Runde brauchte es 2 mal Grün und ab der dritten Runde war Einstimmigkeit notwendig. Für die Festlegung der Urkunden und Medaillen wurden die Trennwände entfernt und die Jury entschied mit Diskussionen zunächst über die 24 auszuzeichnenden Bilder, die dann zur Auswahl der 4 Medaillen auf einem langen Tisch ausgebreitet wurden.

Als dann die Urkunden und Medaillen feststanden, musste ich feststellen, dass ich bei der oberfränkischen Bezirksfotoschau 2020 gar nicht so schlecht abgeschnitten hatte. Mit 2 Annahmen („Kaffee?“ und „Pavlina“), einer Urkunde („Blue Eye“) und sogar einer Medaille („Pavlina mit Spitze“) hatte ich ich gute 7 so genannte Löwenpunkte erreicht. Was das für die Autorenwertung und die Clubwertung bedeutet, habe ich erst später erfahren.

Um es kurz zu machen, sowohl ich als auch meine Fotoclub, die Fotogruppe Thurnau, dürfen sich Oberfränkischer Fotomeister 2020 nennen.

Und für die, die bis zum Schluss durchgehalten haben, hier noch meine eingereichten Fotos:

Die Siegerehrung mit dazu gehörender Ausstellung wurde Virus-bedingt auf einen späteren, noch zu bestimmenden, Zeitpunkt verschoben.

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