Eine Art Jahresrückblick oder die Top 5 2020

Auch wenn dieses Jahr im ganzen nicht unbedingt für Fotografie in Erinnerung bleiben wird, so sind doch genug Bilder entstanden, aus denen ich meine „besten“ Fünf auswählen konnte. Dieser Rückblick anhand von 5 Fotos aufs Jahr hat hier ja schon eine gewisse Tradition. Zumindest in den Jahren 2017, 2018 und 2019. Davor schaute ich nur sporadisch auf das zurückliegende Jahr zurück.

d750 . 50/1,4@4,0 . ISO 100
Somit möchte ich auch auf 2020 zurückblicken. Ein Jahr, in dem fotografisch bei mir relativ wenig passierte. Was im Januar so noch nicht abzusehen war. Der begann mit einem Model-Sharing in Fürth, bei dem ich das reizende Modell Schnittchn fotografierte. Wir hatten us dort schon einmal getroffen. Was zu zwei Kalenderbildern und einer Fotoserie hier im Blog geführt hatte. Somit dürfte es kaum verwundern, dass ich die Gelegenheit ergriff sie wieder vor die Kamera zu bekommen.

Bei Portraits, ob mit oder ohne Kleidung, versuche ich immer mehr die Aufmerksamkeit auf den Menschen vor der Kamera zu lenken. Und dabei stört ein unaufgeräumter Hintergrund oft. Ein weißer Kartonhintergrund im Studio ist dabei die am wenigsten ablenkende Option. Wenn man, wie hier, nur mit einem Blitz arbeitet, wirkt der Hintergrund durch die Schatten und die Vignettierung auch nicht steril. Ein Requisit, das hier zum Einsatz kommt, mein Federkragen, lockert die Szene zusätzlich auf.

D750 . 50/1,4@8,0 . ISO 200
Im Februar besuchte mich zum zweiten Mal Michaela. Die Bilder unsere Zusammenarbeit hatte ich bisher nur auf Instagram und auf meiner Portfolio-Seite gezeigt.

Da die Portraits aus dem ersten Treffen auch auf ihrer Seite gut ankamen, fragte sie mich, ob wir auch ein paar Fotos für eine Agentur machen könnten. Dazu war mein weißer Kartonhintergrund ganz hilfreich.

Bei den Aufnahmen zur Umsetzung meiner Ideen haben wir ihn dann einfach auch benutzt und die zusätzlichen Blitze für den Hintergrund abgeschaltet. Somit führen die dunklen Ecken, die durch die Wabe vor der 90er Oktabox entstanden sind, den Blick zu Michaela. In der Bearbeitung gab eines meiner Lightroom-Presets dem Bild diesen Farblook mit grünlichen Tiefen.

Im selben Monat besuchte ich auch die öffentliche Jurierung der oberfränkischen Bezirksfotoschau im DVF. Dass diese mit dem Titel des oberfränkischen Meisters für mich und meine Fotogruppe enden würde, hatte ich dann doch nicht erwartet. So ein Ergebnis ist natürlich auch von den Juroren abhängig. So hat die beinahe gleiche Bildauswahl bei der deutschen Meisterschaft nur eine Annahme erzielt. Bei der bayrischen Landesfotoschau waren es dann wieder drei. Ich bin schon neugierig wie ich dann 2021 abschneiden werde.

GX80 . 45/1,8@1,8 . 1/160s . ISO 400
Neben dem Fotografieren von mir schon bekannten Modellen hatte ich dieses Jahr auch zwei Portraitshootings mit Modellen, die über Jobausschreibungen in der Model-Kartei auf mich aufmerksam wurden. Ein Bild von Kate, die sich auf meine Ausschreibung für ungeschminkte Portraits gemeldet hatte, möchte ich deshalb hier in den Jahresrückblick aufnehmen. Es zeigt für mich verschiedene Aspekte, die manchmal in den so genannte sozialen Medien ganz anders dargestellt werden. Da wäre zum einen, dass eine Frau nicht extrem geschminkt und aufgetakelt sein muss um auf Fotos schön zu sein. Auch braucht es kein ausgefuchstes Lichtset mit zig Blitzen für ein tolles Portrait. Eine geeignete Positionierung am Fenster ergibt oft das schönere Licht.

Und dann gibt es ja noch die Mär, dass ein gutes Portrait nur mit FX-Sensor (Nikon) oder Vollformat und Blende 1,4 wegen der Freistellung möglich ist. Da ist das rechts zu sehende Bild eines meiner Bilder aus 2020, das dem widerspricht. Es ist mit einer Kamera aufgenommen, deren Sensor ein Viertel der Fläche des Sensors meiner Nikon D750 einnimmt. Dieser Micro-Four-Third-Sensor hat somit einen Cropfaktor von 2. D.h. die Brennweite von 45mm hier liefert einen vergleichbaren Ausschnitt eines 90mm-Objektivs an der Nikon. Und weil ich mein 85er Nikkor meistens auf Werte zwischen Blende 2 und 4 abblende, unterscheidet sich der Unschärfeverlauf bei der Blende 1,8, die nach der Faustregel bei der Freistellung einer 3,6 entsprechen soll, auch kaum. Über die Gründe, warum ich meine MFT-Lumix immer öfter der Nikon vorziehe, werde ich vermutlich im neuen Jahr mal etwas schreiben.

D750 . 85/1,4@5,6 . 1/180s . ISO 400
Nach so viel Veränderung kommen wir mal wieder zu Traditionen. Im Juli hatte ich mein 10. fotografisches Zusammentreffen mit Angelina. Seit unserem ersten Zusammentreffen 2011 im Rahmen eines Model-Sharings haben wir es geschafft uns mindestens einmal pro Jahr für ein Shooting zu verabreden. Wäre eigentlich mal interessant die Veränderungen und Entwicklungen vor und hinter der Kamera mal etwas ausgiebiger zu betrachten. Daraus könnte tatsächlich ein Projekt für 2021 werden. Ob im digital im Blog und/oder als gedrucktes Magazin wird sich noch zeigen.

Beim Treffen im Juli hatten zunächst die Ideen umgesetzt, für die mein Wohnzimmer sich in ein Studio verwandeln musste. Der Hintergrund war mal wieder mein bewährter Stoffhintergrund. Beim Licht kam zum Hauptlicht noch ein zweiter Blitz für die Aufhellung hinter Angelinas Kopf dazu. Näheres dazu, inkl. Lichtskizze, gibt es im Januar beim Kalenderbild aus dem gleichen Set. Die Aufhellung sorgt hier dafür, dass die dunklen Haare nicht mit dem ebenfalls dunklen Hintergrund verschmelzen.

Als nach unseren Blitzaufnahmen die Sonne in der gewünschten Position war, folgten dann noch ein paar Serien bei Tageslicht. Es wäre also noch Material für weitere Blogbeiträge vorhanden.

D750 . 85/1,4@2,8 . 1/1000s . ISO 400
Ebenfalls bei Tageslicht fotografierte ich wenig später ein weiteres meiner Lieblingsmodelle. Die Anzahl unserer gemeinsamen Shootings bewegt sich, wie auch die Zahl der Bilder im Lightroom-Katalog auf einem ähnlichen Niveau wie bei Angelina. Nur liegt hier bei den Aufnahmebereichen der Schwerpunkt mehr bei den Portraits.

Da wir beide dabei mehr den natürlichen Stil mit wenig bis kein Make-up bevorzugen, harmonieren wir hier sehr gut. Dieses Portrait mit dem Herrenunterhemd greift eine Bildidee auf, die wir auch schon bei unserem zweiten Shooting etwas anders interpretiert haben. Beibehalten haben wir den Verzicht auf das Schmnken. Geschah das 2014 noch geplant, so war das 2020 eher den Umständen geschuldet. Wenn sich hohes Verkehrsaufkommen und nicht verschiebbare Anschlusstermine ungünsig kombinieren, kann das schon mal zum Weglassen der Farbe im Gesicht führen. Nur gut, dass dies der Attraktivität keinen Abbruch tut.

Wie immer ist die Auswahl der 5 „besten“ Bilder rein subjektiv und könnte schon morgen anders getroffen werden. Sicher findet sich bei den Fotos im 2021er Kalender auch das eine oder andere Bild aus 2020, das hierher gepasst hätte. Aber ich wollte dieses Mal dem Kalender nichts vorwegnehmen.

Nach der geringen Trefferquote des Ausblicks auf 2020 im vergangenen Jahr mit Wettbewerbteilnahmen beim DVF und nicht in der Fotogruppe sowie einem in etwa gleichbleibenden niedrigen Anteil an farbigen Bildern, möchte ich eigentlich auf eine Vorschau mit dem Formulieren von Vorsätzen verzichten. Da ich aber mehr Strecken gezeigt habe und solche Vorsätze auch als Gedächtnisstütze dienen können, kommt hier eine kleine Liste mit Vorhaben 2021 im fotografischen Umfeld:

  • Das 10jährige Jubiläum der Shootings mit Angelina begehen (wie auch immer)
  • An Wettbewerben im DVF und Fotoverein teilnehmen
  • Mehr Fotografieren
  • Mehr Farbe zulassen
  • Öfter auf Film fotografieren
  • Diverse Beitragsentwürfe endlich fertig schreiben

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