Bilder vor einer Wand

Wie ich an Silvester in meinen Top 5 erwähnt habe, war ich letztes Jahr bei einem Workshop von Corwin von Kuhwede. Nachdem ich die Fotos bearbeitet hatte, liegt dieser Beitrag angefangen bei den Entwürfen. Um da liegen zu bleiben sind die Bilder aus meiner Sicht einfach zu gut. Also habe ich den Entwurf mal etwas umgeschrieben und fertiggestellt.

Was ist denn so besonders an Bildern vor einer Wand? Schließlich hat man, wenn man in Innenräumen fotografiert ziemlich häufig eine Wand als Hintergrund. Ist also an sich nichts Ungewöhnliches. Doch als ich Ende Februar 2018 in Leipzig bei einem Workshop die weiter unten gezeigten Bilder vor einer Wand machen durfte, war das für mich schon etwas Besonders.

Um das zu erklären, muss ich ein wenig ausholen. Zu den Zeiten als ich mich noch aktiv in der fotocommunity tummelte, gab es dort ein paar Fotografen, die mir wegen ihrer Fotos von Menschen positiv aufgefallen sind, obwohl ich mich damals noch gar nicht mit dem Fotografieren schöner Frauen aktiv beschäftigte. Einer davon war Corwin von Kuhwede. Und als dieser dann 2013 über Crowdfunding Unterstützer für einen Bildband suchte, habe ich mich daran beteiligt. Mit der Folge, dass heute ein Exemplar von „Geschichten einer Wand“ mit meinem Namen auf der Unterstützer-Seite bei mir im Regal steht. Ich nehme ihn da auch immer noch gerne heraus, erfreue mich an den Bildern und lasse mich durchaus auch ein wenig davon inspirieren.

Nun ergab es sich, dass ich über mehrere Kanäle auf einen Workshop von Corwin aufmerksam wurde, der in dem Atelier stattfinden sollte, in dem die Aufnahmen des Bildbandes entstanden sind. Ob es jetzt über facebook, das Blog oder den Newsletter der letzte Impuls kam mich anzumelden, ist eigentlich egal. Entscheidend ist nur, dass ich mich schließlich zu einem der beiden Workshops an diesem Wochenende in Leipzig angemeldet habe.

Da der Portrait-Workshop am Samstag schon ausgebucht war, stand ich also für einen Sonntagmorgen ungewöhnlich früh auf, schaute während des morgendlichen Teetrinkens das erste Drittel des olympischen Eishockey-Finales (man sieht, der Beitrag reift schon ein Weilchen in den Entwürfen), packte mein Exemplar des hervorragenden Buchs zur Aktfotografie in die Fototasche und begab mich auf den Weg nach Sachsen, um am Aktworkshop teilzunehmen.

Im Atelier von Corwin in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofs traf ich, neben ihm, auf meine 3 Mitstreiter und unser reizendes Workshop-Modell Maria. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde sprachen wir zunächst über Corwins Herangehensweise an das Fotografieren unbekleideter Menschen um dann auch schon bald mit dem gemeinsamen Erarbeiten von Lichtsetups begannen. Wir fotografierten bei diesem Workshop mit Blitzlicht unter Studiobedingungen zunächst vor einem weißen Kartonhintergrund mit unterschiedlichen Outfits und Lichtaufbauten.

Nach der Mittagspause bauten wir das Setup um und fotografierten vor der schon angesprochenen Wand. Diese hatte seit dem Bildband die Farbe geändert. Bei meiner Vorliebe für Schwarzweiß-Aufnahmen war das aber nur ein kleiner Nachteil. Beim Lichtaufbau könnte man anhand der Bilder von nur einem Blitz ausgehen. In der Tat war aber noch ein zweiter Blitz beteiligt, der mit sehr geringer Leistung den Hintergrund minimal aufhellte.

An diesem Workshop hat mir die unaufgeregte Art wie Corwin sein Wissen weitergab sehr gefallen. Sehr gut war auch die gemeinsame Bildbesprechung zum Abschluss, zu jeder Teilnehmer pro Set ein Bild aussuchen sollte, dass dann per Beamer an die Wand geworfen wurde. Erstaunlicherweise hat es keines der vor Ort ausgewählten Bilder in die spätere Auswahl, die ich bearbeitet habe, geschafft. Das hat mich in meinem „Workflow“ bestätigt, frühestens am zweiten Tag nach einem Shooting die Bilder zu sortieren.

Und so fuhr ich am Abend mit vielen Eindrücken, einigen Bildern und einem signierten Fachbuch im Gepäck zufrieden wieder nach Hause.

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