Berlin war mal wieder eine Reise wert

Nachdem Thilo mit neuen Bildern von einem Workshop in Berlin vorlegt, sollte ich mal endlich meinen Bericht zu meinem Ausflug nach Berlin im März fertig schreiben. Ziel des Ausflugs war nicht die Hauptstadt selbst sondern der Besuch eines Workshops dort. Und durch meinen Verweis auf Thilo dürfte auch klar sein, dass ich den gleichen, allerdings nicht denselben, Workshop wie er besucht habe. Nur war ich am Sonntag dort und er am Samstag.

Für zukünftige Berichte sollte ich vielleicht seine Idee aufgreifen und zur Überbrückung auch den einen oder anderen Preview-Artikel bringen. ;-)

Um was ging es bei diesem Workshop? Ausgeschrieben war er für „Authentische Portrait- und Akt-Aufnahmen bei Tages- und Dauerlicht“ mit zwei Modellen in einem Kreuzberger Loft. Die Bilder der beiden Workshopleiter Sandra Ludewig und Jurica Maric (aka Juri) verfolge ich schon einige Zeit wegen ihrer authentische Portrait- und Aktaufnahmen in der fotocommunity. Dort war ich auch auf den Workshop aufmerksam geworden.

Nun liegt Berlin ja nicht um die Ecke und auch der Preis für den Workshop lag mit 250,-€ ziemlich nahe an meiner persönlichen Schmerzgrenze. Durch den Beginn um 10:00 Uhr kam dann auch noch eine Übernachtung in Berlin dazu. Ohne viel vorwegzunehmen, hat sich für mich die Investition gelohnt. Richtig, ich sehe den Workshop als Investition. Zwar nicht im Sinne, dass das ausgegebene Geld irgendwann mal wieder eingenommen wird, sondern als Investition in meine fotografischen Fähigkeiten. Da bin ich ganz bei Paddy von neunzehn72.de und würde im Zweifelsfall auch eher den Workshop buchen als ein neues Ausrüstungsteil zu kaufen.

Allerdings muss der Workshop vom Thema und den sonstigen Randbedingungen auch zu mir und meinem aktuellen (Aus-)Bildungsbedarf passen. Workshop heißt für mich, dass ich als Teilnehmer den Inhalt auch mit erarbeite. Also kein Frontalunterricht, bei dem ich mehrere Stunden mehr oder weniger unterhaltsam zugetextet werde und mir der Lerninhalt leichtverdaulich und knackscharf vorgekaut wird. Das bringt mir genauso wenig wie ein als Workshop getarntes Model-Sharing, das nur deshalb Workshop genannte wird, weil der Organisator vor dem Knipsen erklärt, wo an der Kamera vorne ist („Fotografie für Anfänger“) oder wie man den Blitz einschaltet („Studio für Einsteiger“).

Nachdem geklärt ist, was für mich bei einem Workshop nicht gut ist, möchte ich ein wenig von einem positiven Beispiel erzählen. Start des Workshops war Sonntag morgens um 10:00 Uhr. Um da nicht gestresst anzukommen, war ich schon am Vortag nach Berlin angereist und hatte mich in meinem bevorzugten Hotel eingemietet. Trotzdem habe ich es fertig gebracht, mit Verspätung am Ort des Geschehens einzutreffen. Irgendwie ist mein Kombi nicht mit den an einem Sonntagmorgen in Kreuzberg verfügbaren Parklücken kompatibel…

Nachdem ich also die Runde der Teilnehmer vervollständigt hatte, ging es mit einer kleinen Vorstellungsrunde gleich los. Da jeder bzw. jede Teilnehmer(innen) unterschiedliche Vorkenntnisse mitbrachte, konnten Sandra und Juri danach die Gruppen sinnvoll zusammenstellen. Jede Gruppe bestand aus zwei Fotografen und einer Fotografin, die sich unter Betreuung eines Workshopleiters mit einem der beiden Modelle aufmachten die fotografischen Möglichkeiten der zweistöckigen Loftwohnung zu erkunden. Das Wetter war auf unserer Seite, so dass das durch die raumhohen Fenster einfallende Licht für die Aufnahmen vollkommen ausreichte. Gelegentlich kam noch ein Reflektor zum Einsatz um die Schatten etwas aufzuhellen.

Ich hatte das Vergnügen unter der Anleitung von Sandra mit Olga in den Bereichen Portrait und Teilakt beginnen zu dürfen. Wobei das Wort Anleitung bei Sandra eher nicht so eng zu sehen ist. Nach einigen eher allgemeinen Hinweisen zum Umgang mit Modellen und zur Herangehensweise an ein Portrait- und/oder Akt-Shooting, wurden wir Teilnehmer nacheinander auf die reizende Olga losgelassen. Dabei wurden wir von Sandra beobachtet, die sich dann hin und wieder bei Bedarf mit weiteren Hinweisen oder Vorschlägen einmischte. So wäre ich z.B. nie auf die Idee gekommen eine teilweise mit Vaseline behandelte Glasscheibe vor das Objektiv zu halten um so Spiegelungen zu erhalten. Den Effekt finde ich überzeugend und kannte ich bisher nur vom durch ein Fenster in den Raum hinein Fotografieren. Das rechts zu sehende (Teil-)Akt-Portrait von Olga ist z.B. so entstanden. Als Hintergrund diente dabei ein mobiles Hintergrundsystem mit einem Stoffhintergrund, der durch den wolkigen Farbauftrag und die Falten individueller wirkt als ich es von den einfarbiger Kartonhintergründen im Studio kenne.

Der Schwerpunkt lag aber bei Sandra und Juri darauf uns beizubringen, wie wir die vor Ort gegebenen Möglichkeiten einsetzen können, um das Modell möglichst authentisch zu portraitieren. Und wie immer, wenn der Workshopleiter nur korrigierend eingreift und nichts vormacht, was man nachahmen soll, ging es automatisch auch darum die Kommunikation mit dem Modell zu üben und zu verbessern. Und da waren mit Olga und Alysa zwei Modells beim Workshop, die sich nicht nur in der Haarfarbe sondern auch in der Art der Kommunikation unterschieden, mit der die besten Bildergebnisse entstehen. Und die sind jetzt zu sehen:

Mein Fazit dieses Workshops:

  • Viel gelernt
  • sympathische Modells, Workshopleiter und andere Teilnehmer
  • gute Gespräche geführt
  • Ausrüstungsgegenstände gesehen, die einen „Haben-Will“-Reflex ausgelöst haben
  • „On location“ finde ich klasse, besonders, wenn es in einer solch geilen Wohnung stattfindet
  • Siehe Überschrift ;-)

2 Antworten auf „Berlin war mal wieder eine Reise wert“

  1. Ja, das sieht alles ziemlich toll aus. Besonders das Licht durch großflächige Fenster wie im Bild 7 gefallen mir sehr gut. Sehr stimmig. Sehr stimmig auch das (erste) Model, was aber erstmal nichts zur Sache tut. Schönes weiches Licht halt, meine Rede … ;)

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