Tulpen aus Amsterdam

waren es nicht gerade. Sondern welche vom Discounter an der Ecke.

Als ich am Samstag kurz beim Discounter für ein paar Einkäufe vorbei schaute, kam ich auch am Stand mit den Blumensträußen vorbei. Dabei fiel mir ein Strauß weiße Tulpen ins Auge. Der fand auch seinen Weg in meinen Einkaufswagen, weil ich damit eine Bildidee umsetzen wollte, die schon länger durch meinen Kopf geisterte.

Bei meinem Besuch der Berliner Mapplethorpe-Ausstellung fand ich die Blumenbilder in Schwarzweiß aufgrund der Lichtsetzung sehr faszinierend. Außerdem hatte Mapplethorpe die Blumen eher ungewöhnlich in der Vase arrangiert. So etwas ähnliches wollte ich auch fotografieren.

Am Montag hatten sich die Tulpen endlich weit genug geöffnet um die von mir gewünschte Wirkung zu erzeugen. Also packte ich die Kamera aufs Stativ, legte ein Regalbrett aufs Bügelbrett, platzierte die Vase mit den Tulpen darauf und begann das Licht einzurichten. Für den Lichteffekt im Hintergrund setzte ich einen Youngno YN560 auf einen Funkauslöser der gleichen Firma und richtete diesen mittels Schirmneiger und Lampenstativ passend ein. Bei den ersten Testaufnahmen war trotz Zoom auf maximale Brennweite des Blitzes der Lichtkegel auf dem Hintergrund nicht deutlich genug abgegrenzt. Also improvisierte ich mittels Pappkarton, Gummiband und Klebeband einen so genannten „Snoot“ oder Engstrahler.

Nachdem ich so weit zufrieden war ging es an das Hauptlicht. Hierzu kam meine 60cm-Softbox für Aufsteckblitze auf das zweite Lampenstativ. Das Licht lieferte ein zweiter YN560, der ebenfalls mit einem Funkauslöser versehen wurde. Nach ein paar Positionswechseln der Softbox und mehrfachem Anpassen der Leuchtstärke an den Blitzen war ich mit dem Ergebnis auf dem Kameradisplay zufrieden. Leider gab es am großen Bildschirm des Computers ein paar störende Effekte zu entdecken. Zunächst war da die Spiegelung der Softbox in der Vase, die ich bei den nächsten Aufnahmen einfach durch Verschieben des herunterhängenden Blattes abdeckte. Daneben störte mich die Struktur der Wohnzimmerwand.

Also befestigte ich bei den nächsten Aufnahmen verschiedenfarbige Tonpapierbögen an der Wand um einen homogenen Hintergrund zu erreichen. Perfekt homogen ist so ein Karton auch nicht, so dass bei der Nachbearbeitung neben der Kontrastanhebung und der Umwandlung in Schwarzweiß noch ein wenig der Hintergrund weichgezeichnet werden musste. Das für meine Bildidee beste Ergebnis lieferte der übrigens schwarze Bogen.

Um möglichst wenig Reflektionen auf der Vase zu haben, hatte ich das Licht im Raum ausgeschaltet. Um überhaupt Scharfstellen zu können, nutzte ich meine neue Taschenlampe. Ein sehr hilfreiches Werkzeug in solchen Situationen.

Jetzt brauche ich nur noch ein paar größere Tonpapierbögen um den Aufbau weiter vom Hintergrund abrücken zu können, dann steht da einer kleinen Serie nichts mehr im Weg.

3 Antworten auf „Tulpen aus Amsterdam“

  1. Hallo, tolle Hommage an Mapplethorpe! Gute Lichtführung! Gefällt mir sehr! Hab heute abend auch versucht mich dem Bild zu nähern. Aber mangels Studio, Blitz u.ä. sowie mangels Tulpen, hab ich eine schwarze Decke genommen und mit meinen Baustrahlern „gestreift“. Kommt nicht sooo toll! Aber ich werde morgen versuchen die Bilder auf meine Site zu stellen. Vielleicht kannst Du mir noch ein paar Tipps geben? Danke auch daß Du zeigst wie Du Dein Studio aufgebaut hast :) Hab´s leider erst nach dem Shooting gesehen.

    LG Gerd

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