Streetfotografie mal anders

© Mario Cuic

Ich hatte im letzten Beitrag erwähnt, dass ich am (vor-)letzten Wochenende nach Berlin fahren werde. Grund war die Präsentation von seconds2real in der Galerie exposure twelve am 12. Februar. Dort gaben Natalie Opocensky (Wien), Andreas Stelter (Minden), Christian Reister, Guido Steenkamp, Thorsten Strasas (alle drei aus Berlin), Siegfried Hansen (Hamburg) und Mario Cuic (München) mit Filmen und Slideshows einen Einblick in das künstlerische Schaffen der Streetfotografen-Kollektive.

So unterschiedlich die einzelnen Fotografen auch an die Aufnahmen auf der Straße herangehen, fiel doch eine Gemeinsamkeit auf. Erzählten die Bilder eines Cartrier-Bresson oder eines Brassai oft ganze Geschichten in einer Aufnahmen, so halten viele der Bilder der seconds2real-Fotografen oft „nur“ den banalen Augenblick von alltäglichen Szenen fest. Dies geschieht nicht ohne auch Witz oder den einen oder anderen Aha-Effekt einzubeziehen. Im Vordergrund steht aber, wenn ich die Diskussion zwischen den einzelnen Präsentationen richtig in Erinnerung habe, die Dokumentation des Lebens auf der Straße. Also mehr nach der Philosophie der modernen Streetfotografie, wie sie im empfehlenswerten Buch „Streetphotography now“ zu finden ist, als in der Tradition der „klassischen“ Streetaufnahmen eines Henri Cartier-Bresson.

Für mich hat sich der Weg nach Berlin allein schon wegen dieses Abends gelohnt. Es war eine interessante Mischung aus visuellen Eindrücken, Diskussionen und Erklärungen, die das bei mir den Eindruck hinterlassen hat, mehr über die Menschen hinter den Bildern erfahren zu haben. Die Erkenntnis, dass auch Fotografen wie Siegfried Hansen nicht immer mit verwertbaren Aufnahmen von einem Fotoausflug zurückkommen, reduziert dann doch das Frustgefühl, wenn ich meine fotografischen Ergebnisse dieses Wochenendes betrachte.

Um einen Eindruck von den Präsentationen zu bekommen, verweise ich auf eine Slideshow, die Mario über einen Besuch in Wien auf Youtube gestellt hat. Viel Vergnügen.

Jetzt hätte ich fast noch vergessen zu erwähnen, dass das Treffen mit Fotofreunden aus der fotocommunity nicht unerheblich zum Eindruck des gelungenen Abends beigetragen hat. Da freue ich mich schon auf das nächste Mal.

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