Pimp up my Holga, Teil 2

Die Holga 120N, hat beim Objektiv einen kleinen Schieber, dessen beide Endpositionen mit einem Sonnensymbol und einem „Blitz-und-Donner-Symbol“ versehen sind. Diese Symbole stehen laut Anleitung für gutes Licht und eher schlechtes Licht. Man könnte damit also die Belichtung etwas variieren. Wenn denn dieser Schalter funktionieren würde…

Schaut man bei abgenommener Rückwand und geöffnetem Verschluß (der Umschalter auf Bulb funktioniert wie er soll) von hinten in die Kamera, sieht man dass der Schalter einen Schwenkarm betätigt, der aber keinen Einfluss auf die Größe der Blendenöffnung hat. Dass ich nicht der erste bin, dem das auffällt, ist schon klar. Auf flickr findet man z.B. das Photoset Holga Modification – Aperture Mod von Justin De La Ornellas. Diese Bilder haben mich animiert selbst Hand an meine chinesische Plastikkamera zu legen. Und weil ich den Umbau mit der Digitalkamera dokumentiert habe, man will ja schliesslich die losen Teile wieder richtig zusammen bekommen, beschreibe ich es hier auch noch mal den Umbau für die Leser, denen eine deutsche Umbauanleitung lieber ist.

Für den Umbau braucht man einen feinen Kreuzschlitzschraubendreher, ein feines skalpellartiges Messer, eine Pinzette und Sekundenkleber (Gel ist besser geeignet als das dünnflüssige Zeug).

Nachdem die Rückwand abgenommen wurde, nimmt man die Filmmaske ab. Zum Entfernen der Linsenbaugruppe müssen die markierten Schrauben entfernt werden. Diese so weglegen, dass sie beim späteren Zusammenbau noch da sind.

Zum Abnehmen des Verschlusses müssen die Schrauben entfernt werden, die in den rot markierten Löchern stecken. Die gelben Drähte dienen zum Auslösen des Blitzes. Ob eingebaut oder über Mittelkontakt macht hier keinen Unterschied.

Hier sieht man, dass man nichts sieht. Eigentlich sollten die beiden Stellungen des Hebels die Lichtaustrittsöffnung des Objektives verändern. Links sieht man im gelben Kreis die „Bewölkt“-Stellung, rechts die „Sonnen“-Stellung. Links kann man auch gut erkennen, dass auf dem Objektiv eine Scheibe sitzt, die als Blende dient. Diese sollte idealerweise auf dem Hebel sitzen. Dies ist auch der Zweck dieser Operation.

Der folgende Arbeitsschritt fällt leichter, wenn das Objektiv abgenommen ist. Dazu muss die Schraube im rot markierten Loch ca. 3 Umdrehungen gelockert werden. Dann lässt sich das Objektiv einfach abschrauben. Ist dieses abgenommen lockern wir vorsichtig mit der Pinzette und dem Messer den Plastikring. Da wir ihn nachher noch brauchen, ist sorgfältiges Arbeiten wichtig.

Auch bei diesem Arbeitsschritt brauchen wir eine ruhige Hand. Da auf dem beweglichen Hebel keine Markierung vorhanden ist, ist ein gutes Augenmaß auch hilfreich. Zum Ankleben eignet sich Sekundenkleber-Gel sehr gut, da es nach meiner Erfahrung an der Stelle bleibt, wo es bleiben soll. Ist die Scheibe mit kleinen Klebertropfen positioniert, kann mit zusätzlichem Kleberauftrag die Verbindung noch verbessert werden.

Hier sieht man den Hebel, wie er eine funktionierende Abblendung liefert. So wie es vermutlich vom Entwickler auch gedacht war.

Nach Berichten in Internetforen soll es bei neueren Holgas auch Exemplare geben, die ab Werk eine arbeitende Blendenfunktion haben. Vor dem Griff zum Schraubendreher ist also ein Blick auf die Funktion, wie oben beschrieben, sinnvoll.

Hat man alle Schrauben sorgfältig aufbewahrt, ist das Wiederzusammensetzen der Kamera auch kein Problem. Beim Ansetzen des Objektivs sollte am Anschlag die Skala mit den Entfernungssymbolen oben liegen.

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