Pimp up my Holga, Teil 1

Normalerweise kauft man sich eine Holga, weil sie nicht perfekt ist. Gerade die Schwächen der Kameraoptik tragen zu diesem speziellen „Holga-Look“ bei, der auch für mich der Grund für den Kauf war. Da mutet es etwas seltsam an, einen Beitrag zum Beheben von Schwächen der Holga zu schreiben.

Diese kleine, mechanischen Schwächen können einem allerdings den Spaß am Vothografieren mit der Holga auch leicht verderben. Wenn einem zum Beispiel bei teilbelichteten Film die Rückwand abfällt, kann man den Film in der Regel vergessen. Die Metallklammern, die die Rückwand halten sollen, drücken die hintere Abdeckung nicht sonderlich fest gegen das Gehäuse und verschieben sich aus eigener Erfahrung auch mal nur durch etwas festeres Aufsetzen der Holga auf dem Tisch oder beim Herausnehmen aus der Fototasche.

Die Rückwand hat auch noch einen weiteren Schwachpunkt. Das rote Sichtfenster zur Anzeige der Filmnummerierung sperrt nicht alles Licht aus. So kann es vorkommen, dass wenn viel Licht auf die Rückseite der Kamera scheint, sich die Nummerierung später im Bild wiederfindet.

Gegen beide Probleme ist Klebeband ein wirksames Gegenmittel. Allerdings ist dies nicht für ständiges Abnehmen ausgelegt, so dass man gezwungen ist immer eine Rolle schwarzes Klebeband in der Fototasche mitzuführen.

Eleganter ist da der sogenannte „Velcro Mod“ von Kai Yamada, den ich auf Youtube entdeckt habe. Dazu braucht man selbstklebendes Hakenband und Flauschband zum Aufnähen.

Hier habe ich die Hakenbandstücke für die Rückwandhalterung schon mal angebracht. Auf der Vorderseite sitzen sie an ähnlicher Stelle. Das Band ist 16 mm breit, die Länge entspricht in etwa der Breite des Flauschbandes (hier ca. 20mm)

Mit einem ca. 50 mm langes Stück Flauschband verbindet man die Rückwand sicher mit dem Gehäuse. Ich habe Band zum Aufnähen verwendet, da ich hier keine zusätzliche Folie zum Abdecken der Klebeflächen wie in Kai’s Video benötige.

Außerdem verhindert das Band an dieser Stelle auch, dass sich die Metallklammern ungewollt verschieben.

Um das Sichtfenster abzudecken habe ich links und rechts davon je ein ca. 35 mm langes Stück Hakenband aufgeklebt. Dabei geht leider die Kennzeichnung für die Bildanzahl für die 6×6- bzw. 6×4,5-Bildmaske verloren. Man muss sich jetzt eben nur merken, dass der Schieber in der unteren Position für das quadratische Bildformat steht.

Mit einem ca. 45 mm langen Stück Flauschband bleibt das Sichtfenster nun vor unnötigem Lichteinfall geschützt.

Zum Filmtransport hebt man das Band kurz ab um es anschließend wieder wie oben gezeigt anzubringen.

So macht das Knipsen mit der Holga gleich noch mehr Spaß, auch wenn die Modifikation die Kamera nicht unbedingt schöner macht.

Eine Antwort auf „Pimp up my Holga, Teil 1“

  1. Hahaha Ja! Das gute, alte Klettband! Das benutze ich sogar auch an anderen Kameras, weil ich immer Angst habe, dass sich selbst deren Rückwand unbeabsichtigt öffnet. Sieht auch irgendwie „professionell“ aus :D Rikko

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