Pentacon Six

Es ist Freitag und mal wieder Zeit für ein wenig Camera Porn. Diesmal geht es um eine Mittelformatkamera aus dem Land, das früher in der Bundesrepublik als „Drüben“ bezeichnet wurde. Eine Pentacon Six, hergestellt in Dresden, damals noch DDR.

Die Pentacon Six oder PSix, wie sie von den Fans genannt wird, hatte ich gekauft als ich nach der Lubitel intensiver in die Mittelformatfotografie einsteigen wollte. Anders als die Lubitel, die ein fest eingebautes Objektiv hat, kann bei der Pentacon Six das Objektiv gewechselt werden. Dazu gibt es neben dem Lichtschachtsucher auch noch verschiedene Prismensucher und sonstiges Zubehör, wie zum Beispiel Zwischenringe. Man kann also durchaus von einer Systemkamera oder einem Kamerasystem sprechen.

Die Form des Gehäuses würde ich als vergrößerte Kleinbild-SLR beschreiben. Auch die Bedienung ist ähnlich. D.h. der Film wird über einen Schnellspannhebel weiter transportiert. Die Mechanik, die dabei für den gleichmäßigen Abstand zwischen den Bildern sorgen soll, reagiert manchmal etwas empfindlich. D.h. es kann gelegentlich zu Bildüberlappungen kommen. Wobei ich die Berichte in Internetforen zu dieser Problematik für übertrieben halte. Wenn man beim Einlegen des Filmes sorgfältig vorgeht und sich beim Filmspannen an die „Bayer-Methode“ hält, treten praktisch keine Überlappungen auf. Wobei ich festgestellt habe, dass manche Filme besser als andere mit der PSix harmonieren. Gut passt zum Beispiel der Fomapan 100 zu Pentacon, während ein Fujifilm Acros100 eher zu Problemen neigt.

Meine Pentacon Six hat in der Zwischenzeit einen neuen Besitzer gefunden. Mangelnde Bildqualität war nicht der Grund für den Wechsel, schließlich kommen Objektive von Carl Zeiss Jena zum Einsatz. Es lag bei mir an der Form der Kamera. Mit dieser und auch dem Bedienkonzept wurde ich überhaupt nicht warm. Und als mir eine günstige Hasselblad 500C über den Weg lief, habe ich da zugeschlagen. Und muss sagen, dass diese Entscheidung für mich richtig war.

Wer überlegt sich ernsthafter mit dem analogen Mittelformat zu beschäftigen, findet mit der Pentacon Six eine Kamera, die ihm oder ihr dieses ermöglicht. Bei den heutigen Gebrauchtpreisen ist der finanzielle Aufwand auch überschaubar. Bei Nichtgefallen kann man die Kamera ohne großen Verlust auch wieder weiter verkaufen.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder aus meinem flickr-Album zur PSix.

geländer Norisring  _ // self-service Flasche, leer

2 Antworten auf „Pentacon Six“

  1. Hey Thomas,

    das ist eine bildhübsche Spiegelreflexkamera mit der das Aufnehmen von Fotos bestimmt richtig Spaß macht. Die Beispielfotos sehen auch richtig vielversprechend aus.
    Nur leider findet man die Pentacon Six auf Amazon und auch in der Bucht nur noch in gebrauchtem Zustand. Es gibt alternativ noch den Pentacon Six-Objektiv-Adapter, dieser Adapterring ermöglicht die Nutzung von Pentacon Six Objektiven an Sony-Kameras. Das reicht mir jedoch nicht, könntest Du daher bitte einen Internet-Shop für Foto- und Videokameras /Camcorder empfehlen, wo ich die Pentacon Six TL kaufen kann?

    Lg. Merida

  2. Eine sehr schöne Kamera, die ich per Zufall günstig erworben habe und es für mein Etikettendruck Projekt benutzt habe! Auch die Bildqualität war ganz ok bzw hat für mich als Laien mehr als gereicht. Kann es jedem nur empfehlen.

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