Nikon F3 HP

Nikon F3HP mit Nikkor 35/2 AiEs wird mal wieder Zeit einen Beitrag zum „Camera Porn Friday“ zu verfassen. Und weil gerade alle Welt in Köln auf der Photokina nach den neuesten Digitalkameras Ausschau hält, stelle ich hier einen Analogklassiker vor. Die Nikon F3 wurde 21 Jahre, von 1980 bis 2001 gebaut, das soll mal einer der modernen Bildaufzeichnungscomputer aka Digitalkamera nachmachen. ;-)

Die F3 zeigt schon durch ihre einstellige Bezeichnung an, dass sie zu den Spiegelreflexkameras aus dem Hause Nikon gehört, die für den professionellen Einsatz konzipiert sind. Mechanisch ähnlich robust aufgebaut wie die Vorgängermodelle Nikon F und F2, unterscheidet sich die F3 speziell beim Innenleben deutlich von diesen. So wurde erstmals in eine Profi-Nikon die mechanische Verschlusszeitensteuerung durch eine elektronische Einheit ersetzt. Dadurch war auch der Einbau einer Zeitautomatik möglich. Der Sensor zur Belichtungsmessung sitzt im Gehäuse und erhält sein Licht durch Mikrolöcher im Umlenkspiegel. Diese Position ermöglicht eine Belichtungsmessung unabhängig vom verwendeten Sucher.

Auch bei der Nikon F3 kann wie zuvor bei der F und der F2 (und danach bei der F4 und der F5) der Sucher gewechselt werden. Bei der „normalen“ F3 wurde der Sucher DE-2 verbaut, die später erschienenen F3 HP wurde mit dem sogenannte High-Eyepoint-Sucher DE-3 ausgeliefert. Bei meiner F3 Hp gefällt mir als Brillenträger besonders die gute Übersichtlichkeit des DE-3. Zusammen mit den einfach auswechselbaren Mattscheiben und der 100%-Abdeckung des Bildformats könnte der Suchereinblick der f3 zu den Besten seiner Zeit gehören, wenn da nicht die sehr kleine LCD-Anzeige für die Belichtungszeit wäre. Für schummrige Lichtverhältnisse haben die Nikon-Ingenieure der F3 zwar eine Sucherbeleuchtung spendiert. Leider lässt sich der zugehörige mickrige Schalter praktisch nicht bedienen, so dass diese praktisch nutzlos ist.

Zur F3 gab es natürlich auch einen Motor für den Filmtransport, der bis zu 6 Bilder in der Sekunde ermöglicht. Es gibt F3-Besitzer, die meinen, ohne den MD-4 wäre die F3 nicht komplett.

Wie rechts zu sehen ist, bilden F3 und Motor auch optisch eine Einheit. Diese liegt durch das Gewicht recht satt in der Hand, d.h. ein Verwackeln wird dadurch erschwert. Allerdings wird die Kamera dadurch auch recht wuchtig und passt nicht mehr in jede Fototasche. Ohne Motor ist die F3 jedoch eine sehr handliche Kamera, die man bei Spaziergängen oder Ausflügen immer dabei haben kann. Da der Motor abnehmbar ist, kann man sich je nach Anwendungsfall für oder gegen ihn entscheiden.

Die Belichtungsmessung erfolgt wie bei allen Nikon-Kameras aus dieser Epoche mittenbetont. D.h. die Mitte des Bildes wird bei der Ermittlung der richtigen Zeit-Blenden-Kombination stärker gewichtet. Die F3 ist die einzige Nikon bei der dies im Verhältnis 80:20 erfolgt. Wenn ich vorher mit der FM-2 unterwegs war, die im Verhältnis 60:40 misst, brauche ich immer ein wenig Zeit um mich an die Charakteristik der F3 zu gewöhnen.

Bevor ich hier noch weitere technische Details aufliste, verweise ich lieber auf die F3-Infoseiten bei den üblichen Verdächtigen.

Ich fotografiere sehr gerne mit der F3. Man spürt förmlich, dass diese Kamera als Werkzeug für Profis entworfen wurde.

Beispiel-Bilder aus der F3 gibt es in meinem entsprechenden flickr-Album.

Eine Antwort auf „Nikon F3 HP“

  1. Vielen Dank für diesen aufrichtigen Beitrag. Ich kann alle Ausführungen teilen, da ich selbst, nach wie vor mit der F3 arbeite. Sie ist nicht die einzige analoge und digitale aus dem Haus NIKON, wenngleich, fast meine liebste Kamera, wenn ich Zeit und Muße habe. Mit und ohne MD 4.
    Ich finde, die F3 und ein gut sortierter Satz Festbrennweiten, macht auch im heutigen, digitalen Renntempo sehr viel Spaß. Selbst wenn die Stromversorgung ausfällt, es gibt eine Hilfszeit, die funktioniert immer. Und: Ein analoges s/w Bild, hat seinen Charme. Danke für den Beitrag

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