Minolta Hi-matic 7sII

Minolta Hi-Matic 7sIIDie letzte Vorstellung einer Kamera liegt ja schon ein Weilchen zurück. Und weil heute Freitag ist, stelle ich mal wieder ein Teil aus meiner kleinen Sammlung vor.

Mitte der 1970er als Minolta noch Kameras baute, und nicht nur Kopierer ;-), erschien die Minolta Hi-matic 7sII. Beim genauen Datum der Markteinführung bin ich auf zwei Angaben im Netz gestoßen. Schnittbildindikator sagt 1973, Rokkorfiles und Wikipedia 1977, wobei die Wikipedia-Angabe von Rokkorfiles stammen könnte, da die dort verlinkt sind. Das ist allerdings nicht ganz so wichtig. Die Kamera wurde also vor der flächendeckenden Einführung des Autofokus und der eingebauten Motoren zum Filmtransport gebaut. Der Schnellspannhebel ist aber so ausgelegt, dass mit einer kleinen Bewegung des Daumens die Kamera für die nächste Belichtung des Filmes bereit ist.

Das hervorragende Objektiv, ein 40mm Rokkor mit einer Lichtstärke, d.h größten Blende, von 1,7 wird mit Hilfe eines Messsuchers scharf gestellt. Im Sucher wird also in der Mitte ein Mischbild eingespiegelt. Durch Drehen am Entfernungsring des Objektivs werden die beiden überlagerten Bilder zur Deckung gebracht und so auf diese Entfernung scharf gestellt. Unterstützt wird das durch einen kleinen Hebel am Objektiv, der dabei hilft, nicht versehentlich die Blende oder Belichtungszeit zu verstellen. Da im Objektiv ein Zentralverschluss von Copal eingebaut ist, sind sinnvollerweise alle Bedienelemente für die Belichtungssteuerung am Objektiv vereint. Die Qualität des Suchers reicht nicht an die Qualität eines Messsuchers einer Leica heran, das Scharfstellen meiner Aufnahmen hat er aber bisher immer funktioniert.

Die Belichtungszeit lässt sich auf Zeiten zwischen 1/500s und 1/8s einstellen. Darüber hinaus gibt es noch eine B-Stellung für Langzeitbelichtungen. Die Blende kann man manuell zwischen 1,7 und16 einstellen. Meistens lasse ich den Ring aber auf der „Auto“-Stellung. Dann wählt die Kamera automatisch die zur Belichtungszeit und den Lichtverhältnissen passende Blende. Mit dieser so genannten Blendenautomatik komme ich nicht so gut zurecht, wie mit der Zeitautomatik (d.h. Blendenvorwahl) bei meinen Nikons. Möglicherweise nur eine Frage der Gewöhnung.

Der eingebaute CdS-Belichtungsmesser funktioniert allerdings nur im Automatik-Modus. D.h. bei der manuellen Belichtungseinstellung ist man auf Schätzen angewiesen. Ein- und Ausgeschaltet wird der Belichtungsmesser durch Aufsetzen des Objektivdeckels. Das sollte man auch nicht vergessen, weil sonst die 1,35V-PX675-Knopfzelle unnötig schnell verbraucht wird. Da diese Quecksilber enthält ist sie nicht mehr neu zu bekommen. Und die Ersatzlösungen sind teuer und auch nicht so langlebig.

Kommen wir zu den Äußerlichkeiten. Die Minolta ist 115mm breit, 60mm tief (mit Gegenlichtblende 68mm) und ca. 70 mm hoch. Passt also ganz gut in eine nicht zu enge Jackentasche. Das Gewicht von 460 g ist auch kein Grund die Kamera nicht mit zu nehmen. Mein schwarzes Exemplar habe ich vor einigen Jahren in einem kleinen Fotogeschäft gebraucht erstanden. Auf das Zeigen der Bereitschaftstasche verzichte ich einfach. Diese ist lange nicht so ansehlich wie die Kamera. Neben schwarzen Exemplaren wie dem meinen, gab es die Hi-matic 7sII auch noch in silber. Laut Rokkor files sind die schwarzen Ausführungen seltener auf dem Gebrauchtmarkt zu finden. Die Gegenlichtblende, die sich auf dem Objektiv befindet, ist auch nicht bei allen Exemplaren dabei und deshalb auch begehrt.

Hier noch ein paar Aufnahmen, die mit meiner Hi-matic entstanden sind:

Hi-matic 7sII Beispielbild Hi-matic 7sII Beispielbild Hi-matic 7sII Beispielbild Hi-matic 7sII Beispielbild

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