Lubitel 166B

Heute geht es am Camera Porn Friday um meine Lubitel 166B. Ich hatte sie mir vor ein paar Jahren bei ebay für etwa 20€ erstanden um damit etwas in die Mittelformatfotografie reinzuschnuppern.

Die 166B wurde ab 1980 von „Leningradskoye Optiko Mechanichesckoye Obyedinenie“, abgekürzt LOMO in der ehemaligen Sowjetunion hergestellt und ist eine der technischen Vorgängerinnen der in China produzierten und überteuert vermarkteten LOMO Lubitel 166+. Alle Lubitels haben ein Gehäuse aus Kunststoff und zwei Objektive aus Glas. Da die durch das obere Objektiv einfallenden Lichtstrahlen über einen feststehenden Spiegel auf die Mattscheibe des Lichtschachtsuchers umgelenkt werden, spricht man auch von einer zweiäugigen Spiegelreflexkamera.

Geladen wird die Kamera mit Rollfilmen des Typs 120. Wie man an dem Bild rechts sieht, wird der Film mit dem großen Drehrad oben rechts transportiert. Wie weit man bis zum nächsten Bild drehen muss, erkennt man beim Blick durch das rote Sichtfenster an der Rückseite, das im Normalfall von einer innenliegenden Abdeckung gegen unerwünschten Lichteinfall geschützt ist. Beim Filmtransport dreht man es einfach zur Seite. Auf einen Rollfilm kann man 12 Bilder im Format 6×6 (cm) belichten.

Die Lubitel 166B hat keinen eingebauten Belichtungsmesser, so dass man die Belichtungszeit und Blende entweder schätzen oder auf einen externen Belichtungsmesser zurück greifen muss. Die Scheibe an der rechten Gehäuseseite dient als Gedächnisstütze für vergessliche Fotografen. Hier kann man die Art und die Empfindlichkeit des eingelegten Filmes festhalten.

Eingestellt werden Zeiten und Blenden direkt am Zentralverschluss des Aufnahmeobjektivs mit den Daten 4,5/75mm. Die Brennweite entspricht also einem Normalobjektiv, entsprechend einem 50mm-Objektiv an Kleinbild. Die Belichtungszeiten liegen zwischen 1/15s bis 1/250s. Daneben gibt es noch die Stellung B für Langzeitbelichtungen. Da man den Verschluss vor der Aufnahme über einen Hebel an der rechten Seite unabhängig vom Filmtransport spannen muss, ist eine gewisse Konzentration erforderlich, um Doppelbelichtungen zu vermeiden.

Weitergehende Informationen auf Englisch liefert die Seite Lubitel Resource, auch wenn sie augenscheinlich schon länger nicht mehr aktualisiert wurde. Bei einer alten Kamerakonstruktion ist das allerdings zu verschmerzen.

Hier noch drei Beispielbilder, die mit der Lubitel entstanden sind. Der Film war, wenn ich mich richtig erinnere, ein Kodak Portra 160NC. Eingescannt habe ich die Abzüge.

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