Interessantes am Kiosk

Am Kiosk© Friday – Fotolia.com

Als ich am Wochenende in der Bahnhofbuchhandlung das aktuelle Heft der Photonews kaufte, schaute ich wie immer das sonstige Angebot an Fotozeitschriften durch. Zwar ist das Angebot nicht mit dem der westlichen Nachbarländern zu vergleichen, einige interessante Dinge gab es dann doch zu entdecken.

So gibt es in der Ausgabe 9/10 der Profifoto eine DVD mit einer Vollversion des RAW-Konverters Capture One 5. Ich hatte zeitweise die Vorgängerversion im Einsatz und fand die Software recht gut. Ich bin mit Lightrom 3 sehr zufrieden und brauche deshalb keinen zusatzlichen Konverter für die NEF-Dateien meiner D200. Wer noch auf der Suche nach einem Programm für die Umwandlung seiner RAW-Dateien ist, macht mit der Investition von 7,80€ nicht viel verkehrt.

Ebenfalls wegen der Software-DVD ist die Ausgabe 19 der c’t interessant. Auch wenn es sich nicht um eine Fotozeitschrift handelt liefert die Redaktion immer wieder interessante Artikel zur Fotografie ab. Im aktuellen Heft gibt es eine Workshop um digitalen Aufnahmen einen analogen Look zu verpassen und einen Artikel zur stilvollen Schwarzweiß-Umwandlung von Farbbildern. Die Softwarekollektion enthält Vollversionen der Bildbearbeitungen Photoline und PhotoPlus 11. Selbstverständlich darf auch Gimp als Open-Source-Software auf der DVD nicht fehlen. Für die Verwaltung der Bilddateien liefert die DVD eine Vollversion von ACDSee 8 mit. Viel Software für 3,70€

Das Fotomagazin 9/2010 behauptet auf dem Titel „Analog lebt!“. Finde ich als jemand, der gerne einen Film in eine analoge Nikon oder eine Mittelformatkamera einlegt, jetzt nicht sonderlich überraschend. Was die Redaktion, die sich sonst um die neuesten Entwicklungen in der Digitalfotografie kümmert, aus dem Thema macht, hat mich dann doch genug interessiert, um die 5,20€ für das Heft auszugeben.

Im Report „Analoge Exoten-Profis und ihre Kult-Kameras“ gibt sich der Autor wirklich Mühe die Analogfotografen als Exoten darzustellen, die mit nicht zeitgemäßer Technik aus der Vergangenheit arbeiten. So oberflächlich wie der Artikel herunter geschrieben wurde, findet wohl kaum einer der Leser Lust daran mal selbst wieder zur Kamera zu greifen, um einen Film zu belichten. Auch der zweiten Artikel zur silberbasierten Fotografie, der auf dem Titel reißerisch mit „Entdeckt: die ultimative Adresse für Retrofans“ angekündigt wird, schrammt hart an der Grenze des Etikettenschwindels entlang. Bei der „ultimativen Adresse“ handelt es sich um den Webshop von Spürsinn. Als internetaffiner Fotofan muss man den wirklich nicht von irgendeiner Zeitschriftenredaktion entdecken lassen. Schließlich werden die Marketing-Kanäle des Web 2.0 mit Blogs, Twitter und sozialen Netzwerken intensiv bedient.

Dass ich im Shop bisher noch nichts bestellt habe, liegt nicht an mangelndem Engagement für die Analogfotografie. Das ist bei den Leuten von Spürsinn sicher vorhanden. Das gilt allerdings auch für die Leute von fotoimpex oder Maco. Und deren Shop-Software ist auch deutlich übersichtlicher als die von Spürsinn. Zumal ich bei Spürsinn auch nicht alle meiner bevorzugten Filme bekomme.

Für das Geld, das das Fotomagazin gekostet hat, hätte ich auch eine 125ml-Flasche R09 ONE SHOT-Entwickler bekommen. Da hätte ich letztendlich mehr davon gehabt.

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