Holga 135BC, so klein und schon eine Holga

Vorletztes Wochenende war ich mal wieder in Berlin. Wenn ich es einrichten kann, schaue ich bei meinen Besuchen in der Hauptstadt auch immer ganz gerne bei FOTOIMPEX im Laden vorbei. Diese Auswahl an Materialien für die filmbasierte Fotografie ist immer wieder überwältigend.

Neben Lesestoff und Filmmaterial für die diversen Kameras habe ich mir auch eine chinesische Plastikkamera gekauft. Die Holga 135BC ist, wie der Name vermuten lässt, für Kleinbildfilm ausgelegt. Ansonsten hat sie alle Merkmale, die auch die „normale“ Holga aufweist. Ein unvergütetes Kunststoffobjektiv, das mittels Symbolen und Schätzen der Entfernung scharfgestellt wird. Wobei scharf bei einer Holga natürlich sehr relativ ist.

Bei der „großen“ Holga für Rollfilm trägt auch der Abfall der Schärfe zum Rand hin und die Vignettierung maßgeblich zum speziellen Holga-Look bei. Da dies bei der Holga 135 nicht der Fall sein soll, wollte ich die Holga 135 BC für die Fälle, in denen ich Lust auf Holga habe, aber die Kamera etwas zu unhandlich ist. Das BC steht für bent corners also „gebogene Ecken. Dafür wurde eine Art Filter in die Kamera eingebaut, der die Schärfe am Rand reduziert und die Ecken abdunkelt, genauso wie man es von einer richtigen Holga erwartet.

Der Sucher weißt keine genauen Bildbegrenzungen auf und dient somit auch nur zur groben Abschätzung der Aufnahmerichtung. Ganz praktisch ist, dass man durch den Sucher die Entfernungssymbole auf dem Objektiv erkennt. Man muss also die Kamera zum Scharfstellen nicht absetzen.

Der Film wird durch das Drehrad auf der Rückseite weiter transportiert. Dabei ist nach einem vollen Bildschritt ein Anschlag erreicht. Der Verschluß arbeitet vollkommen unabhängig vom Filmtransport, so dass Holga-typisch Doppelbelichtungen einfach zu realisieren sind.

An den Beispielbildern sieht man, dass die Kamera, wie gewünscht, dunkle, unscharfe Bildecken produziert. Die etwas schrägen Farben kommen daher, dass ich den eingelegten Paradies-Diafilm (dm-Hausmarke) als Negativ-Film entwickeln ließ. Diese sogenannte Crossentwicklung führt zu diesen, wie ich finde, reizvollen Farbverschiebungen und lässt sich in der Wirkung schwer voraussagen. Mir gefällt es.

Fazit: Die Holga 135BC erfüllt den ihr zugedachten Zweck als handliche Toy camera, die man immer dabei haben kann. Wenn ich also Lust auf leicht trashige Bilder habe, scheitert es jetzt nicht mehr daran, dass die Holga zu Hause liegt.

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