Helmut Newton – Polaroids

Anfang des Monats war ich wegen meines Polithobbys in Berlin. Und weil ich da nicht nur politische Reden hören und den lieben Genoss(inn)en etwas über die WebSozis und das Internet erzählen wollte, habe ich noch einen Tag dran gehängt und zwei Fotoausstellungen besucht.

Dass eine davon die Polaroids-Ausstellung in der Newton-Stiftung sein würde, dürfte die Leser dieses Blogs nicht wundern. Schließlich habe ich Helmut Newton hier schon das eine oder andere Mal erwähnt.

In der Ausstellung werden Vergrößerungen von Polaroids gezeigt, die Helmut Newton bei Fotoaufträgen ab den 1970er Jahren bis 2004 zur Kontrolle des Lichts und der Szenen gemacht hat. Nun könnte man monieren, dass durch Vergrößerungen ja der Charakter des Unikats, den jedes Polaroid hat, verloren geht. Allerdings hat June Newton, die die Ausstellung zusammengestellt hat, auch recht, wenn sie im Katalog sagt:

Ich beschloss, die Polaroids zu vergrößern, denn wie sagte schon der Wolf zu Rotkäppchen: „Damit ich dich besser sehen kann.“

Der Ausstellung tut m.E. die Vergrößerung wirklich gut. Dadurch kann man als Besucher einfacher die Details der Aufnahmen erkennen. Zumal bei der Vergrößerung auch alle Fingerabdrücke, Kratzer und Edding-Beschriftungen mitvergrößert wurden. Für die Freunde des Originals finden sich in mehreren Schaukästen auch Original-Polaroids von Helmut Newton.

Bis 20.Mai 2012 kann man noch in der Berliner Jebensstrasse 2 Helmut Newton ein wenig über die Schulter schauen. Die ausgestellten Bilder geben einen Einblick in die Entstehung der Aufnahmen, die es in der „fertigen“ Ausführung zum Teil zum Ikonen-Status gebracht haben. Das ganze noch kombiniert mit dem Charme des Unperfekten, der Polaroids immer umgibt, machen die Ausstellung zu einem Pflichtziel für Fotografiebegeisterte.

Zur Ausstellung ist im Taschenverlag ein Katalog erschienen, der z.B. von Paddy sehr positiv besprochen wird. Auch ich bin vom Bildband, den ich unterm Weihnachtsbaum fand, sehr begeistert.

Fazit: Wer die Gelegenheit hat, sollte sich unbedingt die Ausstellung anschauen. Wenn das nicht möglich ist, vermittelt auch das Buch einen guten Eindruck. Optimal ist natürlich sich das Buch nach dem Besuch der Ausstellung in der Museumsbuchhandlung zu kaufen.

2 Antworten auf „Helmut Newton – Polaroids“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.