Helmut Newton in Apolda

Helmut Newton in Apoldaoder besser gesagt, seine Bilder. Am Wochenende hatte ich mich nach Thüringen aufgemacht, um dort in Apolda im dortigen Kunsthaus die Ausstellung mit Bildern von Helmut Newton zu besuchen. Gezeigt werden noch bis zum 27. März Werke aus dem Museum der Moderne Salzburg, einer Leihgabe der Sammlung MAP.

Helmut Newton war bekannt für seine Akt- und Modefotos. Und zwar in genau dieser Reihenfolge. Da ist es kaum verwunderlich, dass sich dies auch bei den Bildern in der Ausstellung wieder spiegelt. Dabei stehen sehr große Abzüge neben kleineren und auch sehr kleinen. Die großen Aufnahmen stehen meist für sich, während die kleineren Aufnahmen überwiegend zu Serien gehören.

Gefreut hat mich das Portrait von Monica Belucci in sehr groß (160x106cm) zu sehen, das ich schon als Titel des Bildbandes Sex and Landscapes kannte. Für mich eines der Highlights der Ausstellung, neben der Aufnahme mit dem Titel „The two Violettas“. Darauf ist das Modell Violetta zu sehen, die neben ihrem Ebenbild steht, das genau die gleiche Pose einnimmt. Auf den ersten Blick zwei ähnlich aussehende Modelle. Beim zweiten Blick fällt auf, das das eine Modell eine Schaufensterpuppe ist, die nach dem Vorbild des menschlichen Modells geschaffen wurde. Entstanden ist das Bild 1991, so dass hier wohl kaum am Computer nachgeholfen wurde. Damals wurden „Models“ ja noch oft als Mannequins bezeichnet, ein Wort, das auch die englische Bezeichnung für Schaufensterpuppe ist. Hier kommt auch die feine Ironie zum Vorschein, die man in einigen Newton-Bildern finden kann.

Nun war dies ja nicht mein erster Besuch einer Newton-Ausstellung. Im Gegensatz zur damaligen Sumo-Ausstellung in Berlin, die mit der großen Anzahl der gezeigten Bilder den Betrachter fast schon erschlug, ist die Präsentation der Fotos im Kunsthaus m.E. besser gelöst. Dies liegt auch an der Raumaufteilung. Dadurch war es den Ausstellungsmachern möglich thematisch zusammengehörige Bilder in einem Zimmer oder einer Zimmerflucht auch gemeinsam zu präsentieren. Und dabei gleichzeitig auch den großformatigen Bildern genügend Raum zu geben, damit diese ihre Wirkung entfalten können.

Den Besuch der Ausstellung kann ich nur empfehlen. Wer es also einrichten kann, vor dem 27.März nach Apolda zu fahren, sollte dem Kunsthaus einen Besuch abstatten. Wer das nicht schafft, kann sich ja den gut gemachten Katalog bestellen oder sich auf der facebook-Seite zur Ausstellung einen Eindruck verschaffen.

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