Donata Wenders Ausstellung in Ulm

Pina Bausch I, 2004 © Donata Wenders
Bisher brachte ich den Namen Wenders mehr mit Filmen als mit Fotografie in Zusammenhang. Wenn man mal von Wim Wenders‘ Werbefilm für die Leica M8 absieht.

Nun findet noch bis 7. März im Stadthaus Ulm die Ausstellung Kleine Ewigkeiten – Photographie von Donata Wenders statt. Donata Wenders wird vermutlich fast überall, wo sie hinkommt als Ehefrau des berühmten Regisseurs Wim Wenders vorgestellt werden. Allerdings steckt, wie in der als Werkschau bezeichneten Ausstellung deutlich wird, eine ernst zu nehmende Fotokünstlerin in ihr.

Weil ich das selbst nicht so gut formulieren kann, zitiere ich mal aus dem Pressetext zur Ausstellung:

Donata Wenders würdigt den Menschen, indem dem sie ihn auf ihren photographischen Streifzügen beobachtet. Mit ihrer Kamera begibt sie sich auf eine Spurensuche, bei der Portraits, Stadt- und Landschaftsaufnahmen in unterschiedlichsten Facetten fern jeder Inszenierung entstehen. Dabei übersetzt sie selbst flüchtige Impressionen in einen poetischen Raum kleiner Ewigkeiten. Ihre Photographien werden so zu Dokumenten eines Zwischenraumes, und jedem Betrachter obliegt es selbst, ihr Geheimnis zu entdecken. Geleitet wird er dabei vom Dialog zwischen Licht und Schatten, der seine Wurzeln in der klassischen Dokumentarphotographie von Alfred Stieglitz, Paul Strand oder Henri Cartier-Bresson hat.

News in Warsaw, 2006 © Donata Wenders
Die gezeigten Portraits mehr oder weniger berühmten Menschen, wurden nicht im Studio aufgenommen. Das merkt man und es trägt zur natürlichen Bildwirkung bei, wie zum Beispiel beim Portrait von Pina Bausch oder auch dem Bild „Taking a decision“. Bei den auf Reisen oder am Rande von Filmaufnahmen ihres Mannes entstandenen Bildern, die man durchaus auch in das Street-Genre einordnen könnte, wird für mich das Gespür von Donata Wenders für Bildgestaltung deutlich. Beispielhaft sie hier auf die Bilder „News in Warsaw“ und „Havanna Balett School“ verwiesen.

Havanna Balett School, 1998 © Donata Wenders
Sehr gut haben mir die „klassischen“ Schwarzweiß-Aufnahmen gefallen, während ich mit den experimentellen Arbeiten aus der „Fresken“-Serie weniger anfangen konnte.

Wer sich für die Arbeitsweise und die Motivation von Donata Wenders interessiert kann im TV-Portrait auf ERF.de einen wenig Einblick bekommen. Ich habe lange überlegt, ob ich den Bericht verlinken soll, weil mir darin etwas zu oft die Christin Wenders und weniger die Fotografin im Mittelpunkt steht.

Backstage III, 2005 © Donata Wenders
Bei meinem Besuch in Ulm am nächsten Wochenende werde ich mir die Ausstellung sicher zum Abschluß noch einmal anschauen. Auch wenn die Bilder im in der Ausstellung zum Sonderpreis verkauften Bildband „Islands of Silence“ hochwertig gedruckt sind, ist die Bildwirkung eines Großformat-Abzugs (oder -Drucks) eben doch eine ganz andere. „Island of Silence“ dient als Ersatz für einen Ausstellungskatalog, da die abschliessende Bildauswahl erst beim Hängen der Ausstellung getroffen wurde, wie mir einer der Stadthausmitarbeiter auf meine Nachfrage erzählte.

Überhaupt bietet das Stadthaus eine gute Kulisse für Fotoaustellungen. Besonders gefällt mir dabei als Schwabe auch, dass kein Eintritt kassiert wird. Bei Gefallen kann man durch Kauf von Postkarten, Bildbänden oder durch freiwilliges Spenden zur Finanzierung der Austellung beigetragen werden. Eíne faire Sache wie ich finde. Für Leute, die wie ich ganz gerne in Ausstellungen fotografieren sollte erwähnt werden, dass im Ausstellungsbereich nicht fotografiert werden darf. Weshalb ich auch diesen Bericht mit freundlicher Genehmigung der Pressestelle des Stadthauses mit Bildern aus der Pressemappe zur Ausstellung illustriert habe.

Zum Abschluss möchte ich noch ein Zitat von Donata Wenders aus der Pressemappe bringen, das mich sehr angesprochen hat:

Taking a Decision, 1999 © Donata Wenders

„Photographisch begeistere ich mich für Menschen, deren inneres Strahlen, Hoffen oder Suchen ich in einer Geste oder Haltung sehen kann.“ (Donata Wenders)

On Main Street, 2001 © Donata Wenders


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