Der Weg zum Bild

Ostern ist ja auch eines dieser Familienfeste, die sich durch zu viel Essen und zu wenig Bewegung auszeichnen. Um dem entgegen zu wirken, zog es mich am Ostermontagmorgen zu einem Spaziergang aus dem Haus.

Natürlich nicht ohne Kamera. Und weil ich meinen neuen Handbelichtungsmesser ausprobieren wollte, hatte ich eine Kamera ohne eingebauten Belichtungsmesser dabei, meine Pentacon Six. Diese Kamera aus DDR-Produktion ist eine einäugige Spiegelreflexkamera für das Mittelformat 6×6. Als Objektiv habe ich das einem 50mm-Normalobjektiv an der Kleinbildkamera entsprechende 2,8/80mm Biometar MC von Carl Zeiss Jena an der Kamera.

Nachdem ich einige Bilder von Bäumen, Zäunen, Feldwegen, Wiesen und sonstigen Dingen gemacht hatte, die mir auf dem Spaziergang über die Felder aufgefallen waren, befand ich mich schon auf dem Rückweg als mir dieses Straßenschild auffiel. Seine Schieflage war vermutlich von einem unvorsichtigen LKW-Fahrer verursacht worden, der beim Anliefern von Baumaterial in das hinter mir liegende Neubaugebiet den Kurvenradius seines Gefährts falsch eingeschätzt hatte.

Ebenfalls hinter mir kämpfte sich die Sonne gerade durch die Wolkendecke und sorgte für die Beleuchtung auf dem Schild, während das Feld Hintergrund noch im Schatten der Wolken lag. Ein schöner natürlicher Kontrast, den ich da vorfand.

Der Blick auf den Filmzähler zeigte mir, dass nur noch eine Aufnahme zur Verfügung stand. Mehrere Aufnahmen zu machen, um dann nachher das beste Bild heraus zu suchen, wie ich es oft mit der Digitalkamera mache, war also keine Option. Also maß ich die Belichtung, stellte die Belichtungszeit und Blende an der Kamera entsprechend ein und machte mich an die Gestaltung des endgültigen Ausschnitts. Ich empfinde die Möglichkeit mit beiden Augen gleichzeitig durch den Lichtschachtsucher schauen zu können als großen Vorteil der Mittelformatkameras, auch wenn der Sucher der Pentacon Six sicher nicht zu den besten seiner Zunft gehört.

Die Größe des dargestellten Bereichs legt ich durch ein paar Schritte vor und zurück fest. Die Position des Schriftzuges oberhalb der Horizontlinie und deren Position im Foto konnte ich durch die Höhe und Ausrichtung der Kamera beeinflussen. Es hilft dabei auch einfach mal in die Knie zu gehen. Als der Blick durch den Sucher meinen Vorstellungen entsprach, löste ich aus und die Kamera belichtete mit einem satten „Plong“ das letzte Bild diees fotografischen Osterspaziergangs.

Die weiteren Schritte zur fertigen Bilddatei sind wenig spektakulär. Der Fomapan 100 wurde in Rodinal 1+50 entwickelt und nach dem Trocknen mit meinem Canoscan 8600F eingescannt. Die Bildbearbeitung beschränkte sich auf leichtes Beschneiden der Ränder, das Wegstempeln der Staubflecken und eine leichte Kontrasterhöhung über eine Gradationskurve in Paintshop Pro.

3 Antworten auf „Der Weg zum Bild“

    1. Apolda passt nicht ganz, aber der Ostanteil am Bild ist schon vorhanden. Die Kamera kommt aus Dresden, das Objektiv von Carl Zeiss aus Jena und der Film aus der tschechischen Republik.

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