Auf die Größe kommt es nicht an

oder vielleicht doch?

zweimal Nikon mit 85mm
F100 mit 85/1,4 und FM2 mit 85/2
Wie man oben sieht, haben semi-professionelle Spiegelreflexkameras von Nikon mit der Zeit an Größe (und Gewicht) zugelegt. Doch ist die Größe immer notwendig?

Sicher liegt die F100, oder eine vergleichbare Digitale, mit dem Batteriegriff besser in der Hand als die FM2. Autofokus und automatischer Filmtransport und andere Funktionen bieten zwar zusätzlichen Komfort. Das alles hat aber seinen Preis und sein Gewicht.

Wenn es also darum geht die Fototasche für einen Fotoausflug zu packen, stelle ich mir auch immer die Frage, ob ich das Gewicht die ganze Zeit herumtragen möchte und ob es wirklich die ganz große Tasche sein muss. Bei einer Geschäftsreise neulich nach Berlin war mir von vornherein klar, dass die „kleine“ FM2 mitkommt. Ich hatte mal wieder Lust ein paar Rollen Film zu belichten und für einen abendlichen Besuch im Hauptbahnhof, mehr Zeit war fürs Fotografieren nicht abzuzwacken, wäre die F100 mit 85/1,4 einfach überdimensioniert gewesen. So kam also die FM2 mit ein paar Rollen Neopan 1600 und den manuellen Nikkoren 85/2, 35/2 und 50/1,4 in die kleine Umhängetasche.

Überwiegend hatte ich das 85mm-Objektiv drauf, da es formatfüllende Portraits erlaubt, ohne den Fotografierten zu nahe auf die Pelle zu rücken. Auf der anderen Seite ist man nah genug am Geschehen und fotografiert nicht aus dem Hinterhalt.

Wie ich so auf dem Bahnsteig mit meiner Kamera in der Hand stand und nach Motiven Ausschau hielt, bemerkte ich ein interessantes Verhalten der Passanten. Ich wurde durchaus wahrgenommen während ich die Kamera am Auge hatte. Nach einem kurzem Blick, was ich denn da so mache, wurde z.B. das Gespräch wieder aufgenommen, wie wenn nichts passiert wäre, auf das man reagieren müsse. Das kenne ich mit der „großen“ Kamera anders. Da wird sich schon mal einfach weg gedreht oder wild gestikuliert um seinen Unmut über das Treiben des Fotografen deutlich zu machen.

Über die Gründe kann ich jetzt nur spekulieren. Anscheinend wird man mit einer älteren Kamera wie der FM2 nicht als „Bedrohung“ gesehen oder auch nur nicht wirklich ernst genommen. Bei der F100, die einer moderern digitalen Spiegelreflexkamera sehr ähnlich sieht, vermuten dann doch viele, dass hier mit professionellem Hintergrund oder für eine Zeitung fotografiert wird.

An diesem Abend im Berliner Hauptbahnhof habe ich auf jeden Fall keine negativen Reaktionen erfahren, als ich mich offen mit der Kamera in der Hand auf dem Bahnsteig bewegte und mir auch mit der Kamera am Auge Zeit für das Scharfstellen nahm. Ob das jetzt nur an der Kamera lag oder an meinem Verhalten, kann ich schlecht einschätzen. Die Erfahrung an diesem Abend lässt mich in Zukunft sicher öfter zu einer handlichen Ausrüstung greifen wenn mir mal wieder nach „Street“ ist.

Hier ein paar Bilder von diesem Abend:

Wohin? im Gespräch Bewunderung Freundinnen #2 Freundinnen verändere die Welt

Eine Antwort auf „Auf die Größe kommt es nicht an“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.