Auf die Größe kommt es manchmal doch an

Bei den deutschsprachigen Fotografie-Blogs scheint es eine Tendenz zu geben. Sobald der Blogger sich intensiver mit der filmbasierten Fotografie beschäftigt, werden die Filmformate immer größer, bis er sich schließlich mit dem Großformat beschäftigt. Sei es real oder auch nur gedanklich.

Erstaunlicherweise habe ich das so bei Bloggerinnen noch nicht beobachtet. Hier scheint eine besondere Faszination dieser archaisch anmutenden Technik auf den männlichen Teil der analog Fotografierenden vorzuliegen. Wieso ich das so genau weiß? Weil mich der Großformat-„Virus“ auch erwischt hat.

Dabei fing der Infektionsvorgang ganz harmlos an. Immer öfter sah ich faszinierende Portraitaufnahmen, die neben ihrer ganz eigenen Bildwirkung eines gemeinsam hatten, sie waren mit einer Großformatkamera gemacht. Dann las ich auf verschiedenen Blogs immer öfter von der Fotografie mit den größeren Bildformaten.

So ließen die Fotos den Wunsch bei mir entstehen ähnliche Bilder zu machen und die Berichte über die doch etwas andere Art der Fotografie erzeugten ein Gefühl, dass mir diese liegen könnte. Als ich dann bei Spürsinn einen Workshop zu Portraits mit Großformat entdeckte, meldete ich mich spontan an.

Der Plan war mir die Arbeit mit einer Großformat-Kamera anzuschauen, dieses auszuprobieren und auf dieser Basis zu entscheiden, ob ich ins Großformat einsteige. Ein Vorgehen, das sich für mich in der Vergangenheit schon bei anderen Themen mehrfach bewährt hat.

So fand ich mich also Mitte September mit 5 anderen Fotografen in einem Raum in Braunschweig wieder und war neugierig was Michael und Frauke von Spürsinn uns zu erzählen hatten. Der ersten Erkenntnis, Großformat ist Anarchie, sollten noch weitere Aha-Erlebnisse folgen. Der für mich ausschlaggebende Grund für den Besuch des Workshops, Arbeiten mit einer Großformatkamera um herauszufinden, ob ich damit zurechtkomme, kam auch nicht zu kurz.

Fotografierten wir uns am ersten Tag gegenseitig für die schnelle Lernkontrolle noch auf Sofortbildfilm, kam am zweiten Tag das volle Programm mit Planfilmen beginnend beim Laden der Filmkassetten („Kerbe oben rechts!“) bis zum Ausprobieren wie sich unterschiedliche Belichtungen beim gleichen Filmmaterial auf den Bildausdruck auswirken.

Rechts sieh man eines der von mir fotografierten meiner Ergebnisse. Der freundlich dreinblickende Fotograf ist Thomas Strauss, auf dessen sehenswertem Portofolio ich schon vor dem Workshop auf 500px gestoßen war.

Wie das Einstiegsbild zum Artikel richtig vermuten lässt, habe ich mir in der Zwischenzeit eine Graflex Crown Graphic Großformatkamera für 4×5″-Planfilm angeschafft. Die kommt auch schon hin und wieder bei Portrait-Shootings zum Einsatz. Davon wird es sicher noch das eine oder andere Bildbeispiel zu sehen geben.

2 Antworten auf „Auf die Größe kommt es manchmal doch an“

  1. Naja, verstehen kann ich es schon. Ich mein, ist ja auch logisch, man beginnt mit erschwinglicheren, einsteigerfreundlicheren Kameras (APS-C, meinetwegen auch Vollformat) und „arbeitet sich hoch“ – vielleicht bis zum Mittelformat und ggf. sogar noch weiter.

    Für mich persönlich macht alles jensets von Vollformat zwar keinen Sinn, aber interessant finde ich es durchaus. Ich weiß auch noch genau, wie ich das erste mal ne Großformat mit Filmkassetten gesehen habe und erstmal genau alles abchcecken musste, weil ich das gar nicht kannte :D

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