Analoges Wiederfinden, Teil 2, oder wie kommt das Bild in den Rechner

Während der Scanner dabei ist, die analogen Aufnahmen der Reisen nach Paris und Venedig auf den Rechner zu schaufeln, dachte ich bei mir, dass ich währenddessen den zweiten Teil der Beschreibung über meinen hybriden Workflow fertigstellen könnte. Wobei streng genommen der Scanner falsch ist. Richtig wäre die Scanner. Verwende ich doch sowohl einen Flachbett-Scanner und einen Kleinbild-Filmscanner. Und jeder hat seine speziellen Aufgaben. Doch dazu später mehr.

Beginnen möchte ich mit der Organisation der Datenablage. Nachdem ich hier beschrieben habe, wie ich die Negativblätter beschrifte, folgt die Benennung der Ordner auf der Festplatte dem gleichen Grundsystem. In meinem Digitalbilderordner habe ich in den Jahresordnern jeweils einen Unterordner für die Scans. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass ich so bei meinem Filmverbrauch pro Jahr so auch weniger scrollen muss. Der Name des Ordners beginnt also mit JJJJ-xxx. Zusätzlich ergänze ich auch noch die verwendete Kamera, den Filmtyp, bei SW-Filmen den Entwickler, den (oder die) Aufnahmeort(e) und den Aufnahmezeitraum. Das sieht dann bei einem SW-Film zum Beispiel so aus:

2010-072_F100_Tri-X400_X-Tol_1-2_Paris_20101026-27

Bei einem Farbfilm könnte es dann so sein:

2010-056_Holga_Portra400NC_Berlin_20100801_Ulm_20100815

Für die Auswahl der Aufnahmen, die ich weiterbearbeiten möchte, nutze ich eine Art digitaler Kontaktbogen. Dazu müssen zunächst einmal alle Bilder eines Filmes eingescannt werden. Dazu nutze ich die Software zu meinem CanoScan 8600F-Flachbettscanner. Für mich haben sich die links gezeigten Einstellungen bewährt. Höhere Auflösungswerte als 1200 dpi bei Kleinbild verursachen zu lange Scanzeiten ohne mir Vorteile zu bieten, während niedrigere Werte keine zufriedenstellende Schärfebeurteilung zulassen.

Die gescannten Bilder speichere ich als Tif-Dateien ab und benenne sie nach folgendem Muster JJJJ-XXX-NN.tif. Also nach Jahreszahl-Filmnummer-Aufnahmenummer.
Sind alle Aufnahmen gescannt, werden sie in Paintshop Pro als Kontaktbogen gedruckt. Diese Funktion erreicht man über den Verwalter (Tastenkürzel Strg-B). Dort öffnet der Klick auf das Druckersymbol das rechts gezeigte Dialogfeld. Bei Kleinbildfilmen nehme ich immer den Haken bei „Miniaturansicht verwenden“ raus. Das bringt m.E. eine deutliche Verbesserung des Druckbilds. Da kann man auch das Dialogfeld, dass der Druck ggf. länger dauert, weg klicken. Wichtig ist der Haken beim Dateinamen.

Über Kontaktbogen ändern kann man die Verteilung und Größe der Bilder auf dem Papier beeinflussen. Die Verteilung auf 8 Zeilen und 5 Spalten nützt nach meiner Erfahrung ein A4-Blatt am besten aus.

Nachdem ich die besten Aufnahmen des Films für die Weiterbearbeitung auf dem Ausdruck gekennzeichnet habe, kommt der Filmscanner zum Einsatz. Da es dazu ebenfalls viel zu schreiben gibt, möchte ich diesen Punkt überspringen und später in einem eigenen Artikel behandeln..

Liegen also die Vorabscans (die Tif-Dateien) und die fertigen Scans (die Photoshop-Dateien) im Ordner vor, importiere ich den gesamten Film in Lightroom. Dass in der Importvoransicht die Tif-Dateien nicht angezeigt werden, ist nur ein kleiner Schönheitsfehler. In der Bibliothek werden sie korrekt angezeigt. Die Angaben, die bei der Ordnerbeschriftung herangezogen wurden eignen sich auch gut als Tags für die allgemeine Verschlagwortung.

Nach dem Import fasse ich gleich benannte Tif- und PSD-Dateien zu einem Stapel (Tastenkürzel Strg-G) zusammen und versehe diese Stapel mit mindestens 2 Sternen. Die PSD-Datei erhält dann noch zusätzlich eine rote Markierung. Ist das Bild später ausgearbeitet, ändere ich die Farbe auf grün. So habe ich einen schnellen Überblick über die Bilder, die noch bearbeitet werden müssen. Die weitergehende Verschlagwortung der Einzelbilder kann vor oder nach dem „Stapeln“ erfolgen.

Nach der Bearbeitung füge ich der PSD-Datei noch die Tags für die Verwendungszwecke hinzu, für die ich die Dateien aufbereitet habe. Also z.B. flickr, Photoblog, Blog, usw.

Somit kann ich später die Suchfunktionen von Lightroom nutzen um z.B. alle Bilder zu finden, die in Venedig auf in Rodinal entwickeltem Tri-X aufgenommen und auf flickr hoch geladen wurden. Oft finde ich die Aufnahmen schneller über die Benutzung der Smart-Sammlungen. Aber das hängt von der eigenen Vorgehensweise ab und ist ein Stück weit auch Geschmackssache.

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