Aller guten Dinge sind 3


Als ich dieses Blog startete wollte ich eines sicher nicht tun, die Pressemitteilungen der Kamerahersteller zu Neuerscheinungen wiederzugeben. Doch wie es mit Vorsätzen so ist, sie sind dazu da gebrochen zu werden.

Anlass dafür ist die Vorstellung von 4 neuen Objektiven durch Nikon in dieser Woche. Dabei hat eines der vorgestellten Objektive bei mir den unbedingten Will-ich-haben-Reflex ausgelöst.
Dabei handelt es sich nicht um das AF-S DX NIKKOR 55-300mm 1:4.5-5.6G ED, schließlich will ich meine Nikons sowohl an der D200 als auch an der F100 benutzen können. Und das geht bei einem auf den kleineren Bildkreis optimierten DX-Objektiv nun mal nicht. Zumal ich für den Brennweitenbereich bis 300mm schon das 70-300VR habe.
Auch das von vielen erwarteten AF-S NIKKOR 85mm 1:1.4G ist nicht das Objektiv, das ich unbedingt haben will. Mit dem Vorgänger (AF NIKKOR 85 mm 1:1,4D) bin ich so zufrieden, dass mir der Ultraschallautofokus und die Nanobeschichtung für einen Umstieg zu wenig Anreiz bieten um hier richtig viel Geld (ca 1600€ UVP) für eine mögliche Verbesserung der Abbildungsqualität in die Hand zu nehmen. Zumal das „Alte“ so gut ist, dass das Neue sich schon anstrengen muss um besser zu sein.

Beim AF-S NIKKOR 28-300mm 1:3.5-5.6G ED VR sagt mir der Brennweitenbereich nicht zu, eine Erweiterung in Richtung Weitwinkel unter Reduzierung des Telebereichs (z.B. als 24-250mm) hätte ich da interessanter gefunden. Aber da hatten die Marketing-Experten aus Japan vermutlich das sehr gute (und sehr teure) Canon EF 28-300mm 3.5-5.6 L IS USM im Auge, auch wenn der empfohlene Verkaufspreis von ca. 1000€ für das Nikkor da deutlich günstiger ausfallen wird.

Ebenfalls von einem Objektiv aus der Canon-Produktpalette, dem guten EF 24-105mm 4.0 L IS USM scheint das AF-S NIKKOR 24-120mm 1:4G ED VR inspiriert worden zu sein. Zumindest sofern es Anfangsbrennweite, konstante Lichtstärke, Ultraschallantrieb und Bildstabilisator betrifft. Mit der Endbrennweite von 120mm entspricht der abgedeckte Brennweitenbereich genau dem des AF-S NIKKOR 24-120 mm 1:3,5-5,6G ED VR, das in Fotoforen nicht gerade als Spitzenoptik angesehen wird. Zählt man den Vorgänger ohne Bildstabilisator (VR) dazu, ist das AF-S 24-120mm 1:4G ED VR schon das dritte Nikon-Objektiv für diesen Zoombereich. Wenn das Sprichwort stimmt, dass aller guten Dinge 3 sind, dürfte die Qualität stimmen.

Wenn man der Pressemitteilung glauben darf, hat Nikon auch einigen Aufwand betrieben um für Qualität zu sorgen.

Beim komplexen optischen Design kommen eine Nanokristallvergütung, zwei ED-Glaslinsen und nicht weniger als drei asphärische Linsen zum Einsatz. Das Ergebnis: brillante und kontrastreiche Bilder bei allen Lichtverhältnissen. Geisterbilder, Streulicht und Aberrationen werden wirksam minimiert, während die Blendenöffnung mit neun abgerundeten Lamellen in unscharfen Bereichen einen natürlich und angenehm wirkenden Bokeh-Effekt erzeugt.

Was für mich das Objektiv so reizvoll macht, ist dass es, Zitat Nikon, „sich optimal für die Event- und Reisefotografie“ eignet. Bei meinem bisherigen Standardobjektiv dem Tamron 2,8/28-75mm fehlt mir gelegentlich etwas Weitwinkel, da wären die 24mm schon schön. Und etwas mehr Tele schadet auch nicht. Auch wenn Lichtstärke durch nichts zu ersetzen ist, außer durch mehr Lichtstärke, sollte die Anfangsblende von 4 dank des VR für meinen eher statischen Städtefotos ausreichen.

Beispielbilder zum neuen 24-120 von Nikon gibt es auch schon. Dabei finde ich die Darstellung des Unschärfebereichs, diese Eigenschaft wird ja im Allgemeinen mit Bokeh bezeichnet, für ein Zoom erstaunlich gut.

Ich werde mir das Objektiv vermutlich nicht gleich nach Erscheinen kaufen. Vorher muss sich erst einmal der Preis von ca.1.220€ UVP mehr in kontokompatible Regionen entwickeln. Bis dahin kann ich ja sparen und weiter mit dem Tamron fotografieren.

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