A Photographer’s Life

Wie ich hier bereits geschrieben hatte, war ich Ende Februar in Berlin. Nach dem Besuch der Museumsinsel wollte ich mir unbedingt auch noch die Leibovitz-Ausstellung im Postfuhramt an der Oranienburger Straße anschauen, die am Wochenende vor meinem Besuch eröffnet hatte.

EintrittskarteAnni Leibovitz ist bekannt geworden durch ihre Bilder, die sie für das Rolling-Stone Magazine aufgenommen hat. Mehr Informationen zu ihr finden sich in der Wikipedia, da muss ich hier nicht alles in eigenen Worten neu schreiben.

Als ich den Ort der Ausstellung betrat, war ich überrascht, wie viele Berliner an einem normalen Donnerstag am Nachmittag Zeit haben eine Ausstellung zu besuchen. Der Andrang war aber noch so, dass ich alle Bilder mit ausreichenden Abstand und genug Zeit betrachten konnte.

Die Ausstellung lebt von der Kombination großformatiger Hochglanzaufnahmen aus den Magazinen, für die Anni Leibovitz fotografiert. Außer dem schon erwähnten Rolling-Stone-Magazine ist noch die amerikanische Vanity Fair zu erwähnen.

Als Titelbild eben dieser Vanity Fair ist 1991 auch das kontrovers diskutierte Aktfoto der hochschwangeren Demi Moore erschienen, das auch in der Ausstellung zu sehen ist. Heute ist das Bild nichts Besonderes mehr, lässt sich doch fast jede Schwangere, die etwas auf sich hält, in einer ähnlichen Pose ablichten.

Mehr hat mich ein anderes Bild der schwangeren Demi Moore aus dem Jahr 1990 angesprochen, das nur den Baby-Bauch zeigt, der von hinten vom Vater des Kindes, Bruce Willis, umarmt wird. Überhaupt gehörten für mich die Bilder, die Emotionen transportieren zu den Highlights der Ausstellung. Die meisten davon waren schwarzweiß und stammten aus dem privaten Fotoalbum von Annie Leibovitz. Gerade den Aufnahmen ihrer Lebensgefährtin Susann Sonntag merkt man die emotionale Verbindung der Beiden an.

Allerdings fehlte mir so etwas wie eine Linie in der Ausstellung. Die Bilder hingen für mich eher zufällig verteilt an den Wänden. Felder mit den eher kleinformatigen privaten Aufnahmen wechselten sich mit großformatigen Magazin-Aufnahmen ab. Mag sein, dass ich mit zu großen Erwartungen an die Ausstellungen gekommen war, aber für das gebotene erschienen mir die 10€ Eintrittsgeld etwas hoch.

Dass ich den Nachmittag im c/o Berlin doch noch als lohnend ansah, lag an den anderen parallel laufenden Bilderschauen. Sehr stark haben mich die Bilder von Jerry Berndt angesprochen. Gerade die Schwarzweiß-Aufnahmen der Serien „Combat Zone“, „Nightworks“ und „Missing Persons: The Homeless“ zeigen eine Seite des American Way of Life, die wir hier selten sehen und nur zu gerne ausblenden. Beim Stern findet man eine Bilderserie zur Ausstellung in Braunschweig, wo die Bilder zuvor zu sehen waren.

Für mich war es ein Glück, dass die Jerry Berndt-Bilder noch zu sehen waren, obwohl die Ausstellung offiziell schon beendet war.

Die Bilderschau zur Aktion „Close up! . Junge Fotojournalisten auf der 59. Berlinale“ fand ich auch sehr spannend. Die jungen Fotografen zeigten Bilder, die von der üblichen „Star-auf-rotem-Teppich-Berichterstattung“ abwichen. Besonders in Erinnerung blieben mir dabei die Bilderserie über die Menschen hinter den Kulissen wie Bodyguards, Beleuchter, Chauffeure und andere, ohne die eine Veranstaltung der Größenordnung der Berlinale nicht funktionieren würde.

Alles in Allem war es keine schlechte Idee dem nicht angenehmen Wetter aus dem Weg zu gehen und die Fotoaustellungen im c/o berlin zu besuchen.
Wer sich für die Leibovitz-Ausstellung interessiert, „a photographer’s life“ ist noch bis zum 24. Mai zu sehen.

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